Lang, lang ist’s her...

90 Jahre Reinickes Hof – da lohnt es sich die Zeit(en) Revue passieren zu lassen…

Wie fing es an?

Das Gründungsjahr der Genossenschaft fällt in das Jahr 1921 – exakt auf den 14. März. Damals lautete der etwas sperrige Name „Gemeinnützige Baugenossenschaft am Nordbahnhof Berlin-Wittenau e.G.m.b.H. 

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“Das Gebiet rund um den heutigen Bahnhof Wittenau war seinerzeit wenig bis gar nicht erschlossen. Rundherum Äcker, Wiesen und Waldflächen – keine Spur der heutigen Urbanität. Das sollte sich ändern – weil es sich ändern musste, denn die wirtschaftliche Lage im Berlin der beginnenden 20er Jahre war alles andere als rosig. Inflation und Mangelwirtschaft, Armut und Wohnungsnot prägten diese Zeit. Für die Gründungsväter der Genossenschaft war dies der Anlass etwas zu tun – in Selbsthilfe errichteten sie die ersten Häuser am Lindenweg. Dies war der Startschuss für eine rege Bautätigkeit.

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Im Jahre 1927

entstand beispielsweise das Gebäudensemble „Reinickes Hof“ – damals wie heute der Sitz unserer Genossenschaft. Reinickes Hof ist somit historischer Mittelpunkt der Baugenossenschaft. Im selben Jahr 1927 stellten die fleißigen Baugenossen zudem die Siedlungen am Becherweg und Am Rathauspark fertig. Weiter ging es 1930 mit einem Karree in Hohenschönhausen. 

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Die Besonderheit dieses Bauvorhabens: Bereits damals legten die Bauherren wert auf eine – im Kontext der damaligen Zeit – hochmoderne Ausstattung. So verfügten die Wohnungen über eine Zentralheizung und Bäder. Was folgte war die Zeit des Nationalsozialismus samt seiner fürchterlichen Auswüchse Holocaust und Zweiter Weltkrieg. Zu diesem Zeitpunkt umfasste der Bestand der Wittenauer Genossen 852 Wohnungen. Rund 100 Wohnungen fielen den Bombenangriffen der Alliierten zum Opfer. 

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Die neu gewählten Gremien

der Genossenschaft nahmen die Geschäfte 1946 wieder auf und Schadensbeseitigung sowie Wiederaufbau hatten oberste Priorität. 1949 dann endlich erhielt unsere Genossenschaft den so einprägsamen Namen Renickes Hof. Dass der Bestand der Genossenschaft vorerst jedoch weiter schrumpfte war der sektoralen Aufteilung Berlins geschuldet. 

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Diese brachte die Enteignung der in Hohenschönhausen gelegenen Objekte mit sich, die fortan unter der Ägide der Kommunalen Wohnungsverwaltung der DDR standen. 

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In der 50er Jahren

machte sich die Wirtschaftswunder-Stimmung auch auf dem Bausektor bemerkbar – im Rahmen des Wiederaufbauprogramms Berlin entstanden unsere Wohnanlagen im Lübener Weg und Klenzepfad. Das größte Bauprojekt der Genossenschaft mit insgesamt 374 Wohnungen, einer Arztpraxis und einem zentralen Waschhaus, wurde schließlich in den 70er Jahren realisiert – am Standort Hermann-Piper-Straße. 

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Vorangegangen war ein Architektenwettbewerb. Das Bauvorhaben fand – gleich gegenüber in der Hermann-Piper-Straße 22 – in den 80er Jahren seine Fortsetzung mit 13 Wohnungen. Es waren allerdings nicht nur Neubauten, durch die sich unser Bestand im Lauf der Zeit erweitert hat. 

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Ende der 70er Jahre

erfolgte der Ankauf eines Gebäudekomplexes in der Waldstraße und einige Jahre später kam ein weiteres Haus mit 6 Wohnungen in der General-Barby-Straße hinzu. Die spätere Bautätigkeit beschränkte sich auf den Dachgeschossausbau – für Neubauten fehlte ganz einfach der Baugrund.

Ende der 80er Jahre

entstanden in diesem Zuge am Rathauspark 7 und im Klenzepfad / Becherweg insgesamt 8 Dachgeschosswohnungen. Im Rahmen der Restitution erhielt Reinickes Hof nach der Wiedervereinigung ihre Hohenschönhausener Wohnanlage zurück. Umgehend investierte die Genossenschaft in die dringend notwendige Sanierung der Häuser.

1994

wurde eine exklusive Anlage am Niederneuendorfer See mit 47 Wohnungen fertig gestellt. 2000 erhielt die Genossenschaft den Bauherrenpreis für ein neu errichtetes Objekt in der Brusebergstraße / Lübener Weg.

So viel zur Historie:

Wie aber präsentiert sich Reinickes Hof im Jahr 2011? Ganz klar – als moderne Wohnungsgenossenschaft, die ihren Schwerpunkt darin sieht, dass sich die Mitglieder wohlfühlen. Und das ist dann der Fall, wenn die Wohnanlagen auf neuestem Stand (insbesondere auch unter energetischen Gesichtspunkten) sind, die Nutzungsgebühren bezahlbar bleiben, der Service und die Nachbarschaft stimmen.